KAMBODSCHA 

                 The Most Beautiful Thing In Cambodia Isn’t The Country – 

                  It’s The Cambodian People. Rithy Phan 

Ein Land zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Schon auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel begegnet uns ein vertrautes Bild: das Porträt von Beat Richner, das nahe am Strassenrand beim Eingang eines Ladens platziert ist. Ich erinnere mich sofort an ihn – «Beatocello», dessen Fernsehauftritte ich als Kind gar nicht lustig fand. Doch hier, in Kambodscha, ist er ein Volksheld. Der Schweizer Arzt hat fünf Kinderspitäler aufgebaut und wurde deshalb verehrt, ja sogar «Doctor God» genannt[1].

Richner kam 1991 nach Kambodscha, um das zerstörte Kinderspital aus den Zeiten des Bürgerkriegs wieder aufzubauen. Dieser Krieg hatte das Land bis ins Mark erschüttert. Zwischen 1975 und 1979 errichteten die Roten Khmer unter Pol Pot ein Terrorregime, das bis zu 2,2 Millionen Menschenleben forderte. Jeder, der den Machthabern als potenziell gefährlich erschien – Intellektuelle, Lehrkräfte, Menschen mit Brille oder sogar jene, die nur lesen und schreiben konnten – war in Gefahr. Kambodscha durchlebte eine dunkle Epoche, deren Spuren noch heute spürbar sind[2]

Doch Kambodscha ist auch ein Land der Gegensätze: einerseits tief geprägt von dieser traumatischen Geschichte, andererseits voller Herzlichkeit und beeindruckender kultureller Schätze. Die jahrtausendealten Tempelanlagen von Angkor ziehen jedes Jahr Millionen Besucher an. Spuren der französischen Kolonialzeit sind ebenso zu finden wie der tief verwurzelte Buddhismus. Über 95 % der Bevölkerung sind Buddhisten, und die leuchtend orange gekleideten Mönche mit ihren Bettelschalen sind ein fester Bestandteil des Strassenbilds.
Trotz seiner reichen Kultur zählt Kambodscha zu den ärmsten Ländern der Welt. Der durchschnittliche Jahreslohn beträgt nur rund 1550 US-Dollar[3]. Und doch beeindrucken die Menschen mit einer Freundlichkeit und Gastfreundschaft, die ihresgleichen sucht. Reisende erleben oft, wie Kambodschaner mit ihnen das Gespräch suchen – nicht nur aus Interesse, sondern auch, um ihr Englisch oder andere Fremdsprachen zu üben. Dabei begegnet man den Gästen mit grossem Verständnis für fremde Verhaltensweisen. Nur eines sollte man tunlichst vermeiden: lautes Beschweren oder aggressive Gesten in der Öffentlichkeit. Hier wird Streit lieber leise und respektvoll geklärt[4].

Die Bevölkerung ist jung. Im Jahr 2023 waren von den insgesamt 16.8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern fast 29 % unter 15 Jahre alt, während nur gut  6 % über 64 Jahre waren. Es ist eine neue Generation, die das Land prägt, voller Hoffnung, aber auch herausgefordert durch die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen[5].

Kambodscha ist ein Land voller Widersprüche – von der grausamen Vergangenheit gezeichnet, aber mit offenen Armen in die Zukunft blickend. Wer hierher reist, erlebt nicht nur atemberaubende Tempel, sondern auch eine beeindruckende Begegnung mit einem Volk, das trotz allem seine Wärme bewahrt hat. 

PS: Die Fotos zu Kambodscha habe ich in vier Unterthemen gegliedert: Menschen und Begegnungen, Tempel und Buddhismus, Alltag und Alltägliches sowie Wohnen und Leben. Die Bilder zum letzten Thema entstanden während der Exkursion in die Floating Villages und zeigen das Leben auf dem Wasser aus einer besonderen Perspektive.

[1] https://www.zeit-fragen.ch/en/archives/2022/nr-24/25-15-november-2022/dr-med-beat-richner-pionier-einer-weltweit-tauglichen-kindermedizin[2] https://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/asien/kambodscha/pol-pot-buergerkrieg-rote-khmer[3] https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Thema/Tabellen/Basistabelle_BNE.html[4] https://www.green-tiger.de/reisetipps-kambodscha/traditionen-braeuche/[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Kambodscha


Menschen und Begegnungen

Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen. 

Guy de Maupassant

Tempel und Buddhismus

Der Weg liegt nicht im Himmel. Der Weg liegt im Herzen. 
Buddhistische Weisheit


Alltag und Alltägliches

Man kann nur eine leere Schüssel füllen. 

Zen Buddhismus

Wohnen und Leben

Überm Bach wohnen auch Leute. 
Deutsches Sprichwort