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Wochenthema:
Schweiz in Singapur
and the winner is...
WOCHE 41:
Schweiz in Singapur
Auftraggeberin: Jil Achermann
Veröffentlichung: 23. Juni 2024
"Schweizerisches" findet man in Singapur überall. Kein Wunder, denn wie das EDA [1] schreibt, wohnen hier einerseits ungefähr 3000 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, andererseits gibt es rund 400 Schweizer Firmen, die sich in Singapur eine Niederlassung leisten. Wie Indeed [2] schreibt, handelt es sich bei diesen Unternehmen insbesondere um Softwarefirmen oder auf die Vermögensverwaltung spezialisierte Banken. In einem Beitrag von Radio SRF[3] bezeichnet der Kommunikationschef der Bank Julius Bär, Jan Vonder Mühll, Singapur als zweiten Heimmarkt. Während im Jahr 2000 nur gerade 20 Angestellte für das Unternehmen in Singapur arbeiteten, sind es heutzutage über 1000. Sie verwalten ein Vermögen von über 100 Milliarden Franken, denn wer bei Julius Bär Geld anlegen will, muss mindestens 5 Millionen Franken auf dem Konto haben. Die grössten Konkurrenten für Julius Bär in Asien sind übrigens nicht etwa asiatische Banken, sondern andere Schweizer Banken. So ist die UBS mit einem verwalteten Vermögen von über 370 Milliarden (dies noch ohne CS), die führende Vermögensverwalterin in Singapur. Übrigens wählen die Superreichen Asiatinnen und Asiaten Schweizer Banken aus Prestige, denn "Swissness" steht für Qualität und die Marke Schweiz ist in Asian sehr beliebt.
Gerade deshalb sind auch Schweizer Delikatessen omnipräsent. Während man Toblerone, Lindorkugeln, Ricola oder Wernliguetzli beinahe an jeder Ecke kaufen kann, gibt es für die Schokoladen-Gourmets kostbare Bruchschokolade in vier Läderachfilialen[4]. Diesbezüglich darf auch Huber[5] nicht vergessen werden, jener Metzger aus dem Kanton Zürich, der schon längstens nicht mehr nur Fleisch verkauft. Ganze "Expat-Scharen" pilgern – vorzugsweise samstags - zu Huber´s, um sich dort mit Aromat, Appenzellerkäse, Bschüssig Teigwaren, Cervelat oder Zweifel Chips einzudecken. Auch sein Restaurant, wo man Kartoffelsalat und Wienerli bestellen kann, hat sich über die Jahre zu einer wahren Goldgrube gemausert. Apropos Restaurant; auch andere Schweizer Wirte lassen sich hier nieder. So gibt es in unserem Viertel das Coucou, welches für Swiss Fondue, Raclette oder Zürich Geschnetzeltes bekannt ist.
Wie auch aus Swisscham[6] hervorgeht, setzt man in Singapur gerne auf Schweizer Marken. Deshalb ist die Liste der Investoren, die sich in Singapur niedergelassen haben, lang und reicht von ABB, Bernina, Geberit über Schindler, Swiss, Roche, Rolex und V-ZUG bis hin zur Zürcher Kantonalbank.
Doch auch Roger Federer geniesst hier grosses Vertrauen. So sind sowohl seine Jura-Kaffeemaschinen, als auch seine On-Schuhe gross im Kurs. Man munkelt, dass nur im Glarnerland die On-Schuhdichte noch grösser sein soll ;-).
Obwohl ich gerade unzählige Möglichkeiten aufgezeigt habe, die sich für die dieswöchige Challenge als Fotomotiv schon beinahe aufgedrängt hätten, hatte ich bereits im März eine viel bessere Idee. Jil Achermann, die Auftraggeberin zu "Schweiz in Singapur"besuchte uns. So kam ich auf die Idee, ein Foto-Shooting mit ihr zu gestalten. So sprang sie – als Vertreterin für die Schweiz - in Singapur in die Lüfte. Dies mit pünktlichem Absprung, präziser Ausführung und in unermüdlichem Einsatz:
Schweizer Qualität vom Feinsten!
[1] https://www.eda.admin.ch/eda/de/home/vertretungen-und-reisehinweise/singapur/bilatereale-beziehungenschweizsingapur.html[2] https://ch.indeed.com/karriere-guide/jobsuche/durchschnittseinkommen-singapur[3] https://www.srf.ch/news/wirtschaft/milliardaere-locken-singapur-der-zweite-heimmarkt-fuer-schweizer-banken[4] https://sg.laderach.com[5] https://www.hubers.com.sg/BistroDetail.aspx?BistroID=SABVAEIARQBSAFMAMQAwADIANgBIAFUAQgBFAFIAUwA%3d[6] https://swisscham.sg/membership-directory/corporate
Schweiz in Singapur: "Parkview Square" bei der "Atlasbar"
Schweiz in Singapur: "Parkview Square" mit "Crane Sculpture"
Schweiz in Singapur: im Hintergrund der "Singapore Flyer"
Schweiz in Singapur: im Hintergrund das "Marina Bay Sands"
Schweiz in Singapur: beim "Merlion"
Schweiz in Singapur: Nähe "Arab Street"
Schweiz in Singapur: vor der "Sultan-Moschee"
Schweiz in Singapur: "Buddha Tooth Relic Tempel" in Chinatown
Schweiz in Singapur: am Strand von "Sentosa" (Teil 1)
Schweiz in Singapur: am Strand von "Sentosa" (Teil 2)
Schweiz in Singapur: vor dem "Raffles Hotel"
Schweiz in Singapur: bei der "MRT-Station Raffles Place"
Schweiz in Singapur: im "MacRitchie-Park"
Wochenthema:
Müll
and the winner is...
WOCHE 40:
Müll
Auftraggeber: Rainer Bachofner
Veröffentlichung: 16. Juni 2024
Singapur, 9. Juni 2024. Wieder ist es Sonntagmorgen, wieder sind wir mit unseren Fahrrädern unterwegs und wieder ist es unglaublich heiss. Heute sind wir im Rahmen von "Challengewoche 40" auf der Suche nach Müll, denn – wie mir eine Kollegin versichert hat - soll die Chance, um in Singapur auf Müll zu stossen, am Sonntagmorgen am höchsten sein. Doch mit jedem Kilometer, den wir mit den Fahrrädern zurücklegen, schwindet unsere Hoffnung auf verschmutzte Stadtteile oder müllübersäte Plätze. Alles ist wie gewohnt; sauber und makellos rein...
Singapur ist stolz auf seine Sauberkeit. Zu Recht, denn die Chance, um irgendwo – ausserhalb eines Kübels - auf Müll zu stossen, ist wirklich sehr gering. Grund dürften – so schreibt die Acedemy Stanford[1] – die strengen Littering-Gesetze sein. Während Ersttäter für unsachgemässes Wegwerfen von Gegenständen mit Geldstrafen von bis zu 700 Franken rechnen müssen, werden Wiederholungstäter mit doppelten Beträgen abgestraft. Zusätzlich wird ihnen Frondienst verordnet, bei dem sie mehrere Stunden einen öffentlichen Platz zu säubern haben. Manchmal werden sogar die lokalen Medien eingeladen, um schonungslos über dieses öffentliche Spektakel zu berichten.
Wie "Singapore Legal Advice[2]" schreibt, handelt es sich bei Littering, „um das Ablegen, Fallenlassen, Platzieren oder Werfen von Gegenständen oder Dingen an einem öffentlichen Ort“. Sowohl das Wegwerfen von Plastikbechern, Papier, Zigarettenkippen oder Gummibändern, als auch das Spucken in öffentlichen Bereichen ist streng verboten. Bussgelder gibt es auch bei Nichtrückgabe von gebrauchtem Geschirr in Hawker-Centern, für das Essen oder Trinken in öffentlichen Verkehrsmitteln[3] oder für das Nicht-Betätigen der Toilettenspülung. Zudem wurde 1992 - aufgrund der zunehmenden Verschmutzung von öffentlichen Plätzen und Verkehrsmitteln - das Kaugummiverbot eingeführt[4].
Da wir zwischenzeitlich noch immer nicht auf nennenswerte Müllansammlungen gestossen sind, kommen wir um die Mittagszeit etwas frustriert an der "East-Coast" an. Doch überraschenderweise finden wir ausgerechnt hier, wonach wir bisher erfolglos gesucht haben! Am Strand liegen Unmengen von Plastikgeschirr, Verpackungen, Trinkhalme und Petflaschen. Dazwischen sichten wir seltenere Gegenstände wie Schuhe, Kugelschreiber, Zahnbürsten, Helme, Körbe, Siebe, Spielsachen und Feuerzeuge in unterschiedlichen Grössen und in allen Farben! Ein älterer Mann, der ebenfalls vor Ort ist, erklärt uns, dass es sich bei diesem unschönen Anblick, um Meeresmüll aus Indonesien handle. Aufgrund der aktuellen Strömung, werde er jährlich, um diese Zeit in rauen Mengen ans Ufer Singapurs gespült.
Kurze Zeit später bin ich am Sammeln, Sortieren, Anordnen, Zusammenstellen und Arrangieren der Gegenstände. Die Luzerner Künstlerin Ursula Stalder[5], die bereits seit drei Jahrzehnten Kunst mit Fundobjekten aus den Meeren macht, hätte bei diesem Anblick bestimmt auch Freude gehabt. Und so entstehen die Fotos für die 40-igste Challenge.
Wie ich später zu Hause bei meinen Recherchen erfahre, wird seit 2008 - immer am 8. Juni – mit dem "World Ocean Day" auf die Bedrohung der Weltmeere und deren Bedeutung aufmerksam gemacht. Anlässlich des Jahrestages schreibt die Faz[6], dass heutzutage 90 Prozent der Bestände grosser Fische, wie Haie oder Thunfische, dezimiert seien und 50 Prozent der Korallenriffe zerstört. Trotzdem wird – so der Meeresbiologe Ulrich Karlowski von der Deutschen Stiftung Meeresschutz – die Bedeutung der Meere für das Leben auf der Erde noch immer zu sehr unterschätzt. So landen jährlich etwa zehn Millionen Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren[8]. Wie das "World Economic Forum"[9] bereits 2016 prognostizierte, werde bis 2050 das Gesamtgewicht des Plastiks in den Ozeanen, dasjenige der Fische übersteigen.
Dazu schreibt die UN: „Das Wissen über den katastrophalen Zustand des Ozeans ist eindeutig. Trotzdem hören wir nicht zu und der Wechsel hin zu einem nachhaltigeren Umgang mit den Meeresressourcen kommt zu langsam voran. Um eine breite Dynamik für den Ozean zu erzeugen, müssen wir neue Tiefen erwecken!"
[1] www.stanfort.edu.sg/singapore-laws/
[2] www.singaporelegaladvice.com/law-articles/littering-offences-penalties-singapore
[3] www.auswaertiges-amt.de/de/service/laender/singapur-node
[4] www.allianzcare.com/de/ressourcen/gesundheit-und-wellness/national-healthcare-systems/gesundheitssystem-in-singapur
[5] https://www.ursulastalder.ch
[6] https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/tag-der-ozeane-wie-steht-es-um-unsere-meere-19734830.html
[7] https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/meere/muellkippe-meer/muellkippemeer.html
[8] www.stiftung-meeresschutz.org/presse/welttag-der-meere/
[9] https://www3.weforum.org/docs/WEF_The_New_Plastics_Economy.pdf
Wochenthema
Diversity
And the winner is...
WOCHE 39:
Diversity
Auftraggeberin: Corinne Heess
Veröffentlichung: 9. Juni 2024
"Die Vielfalt ist die Würze des Lebens. Sie öffnet unsere Augen für
neue Möglichkeiten und bereichert unsere Erfahrungen."
Ernst von Wildenbruch
Diese Woche wartet eine Challenge auf mich, die - dank der Tatsache, dass ich mich in Singapur befinde - eigentlich keine grosse Herausforderung darstellen dürfte. "Diversity" – oder Vielfalt - ist hier nämlich sichtbare Normalität. Denn in Singapur leben 5.9 Millionen Menschen, von denen ursprünglich 76.8 Prozent aus China, 13.8 Prozent aus Malaysia und 7.9 Prozent aus Indien stammen. Zudem befinden sich hier - gemäss "Departement of Statistics"[1] - etwa 1.7 Millionen Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten, die aus den unterschiedlichsten Ländern stammen. Wie man sieht, ist Singapur ganz schön vielfältig!
Mit "Diversity", so ewdv[2], ist eine Vielfalt von Menschen und Lebensformen gemeint, die eine Gleichbehandlung von allen anstrebt. Trotzdem gehe es dabei nicht nur um das Aufdecken von Verschiedenheiten, sondern immer auch um das Entdecken von Gemeinsamkeiten. Bereits 1993 hat der damalige deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker in einer flammenden Rede für die Wichtigkeit dieser Denkensweise plädiert[3]. Mit seiner Botschaft "Es ist normal, verschieden zu sein. Es gibt keine Norm für das Menschsein.", stellte er schon damals gesellschaftliche Normalitätsvorstellungen in Frage.
Wie Louisa-May Khoo[4] festhält, hat man in Singapur diese Realität schon früh erkannt. Bereits der Gründungspremierminister Lee Kuan Yew sah es als seine wichtigste – jedoch auch als seine herausforderndste – Aufgabe, aus den vielen multiethnischen, multireligiösen und äusserst vielfältigen Gruppierungen, eine gemeinsame Nation aufzubauen. Und wirklich! Im Gegensatz zu vielen Städten, in denen sich über die Jahre sogenannte "Parallelgesellschaften" gebildet haben, ist es Singapur erfolgreich gelungen, eine Gemeinschaft des Miteinanders zu fördern. Trotz der vielen Unterschiede sind es die gemeinsamen Werte, die verbindend wirken. Eine Einheit in der Vielfalt!
Und so darf auch ich bereits seit zehn Monaten in der "School of Language International"[5] gelebte Diversity geniessen und ein Teil davon sein. Aktuell lerne ich mit - und vorallem von - Menschen aus China, Japan, Südkorea, Russland, Bangladesch, Kolumbien und den USA. Wir alle profitieren von den "faszinierenden Verschiedenheiten" und entdecken immer wieder "ungewohnt Aussergewöhnliches". So staunen wir über Unbekanntes und lachen zusammen über Ungewohntes. Wir gehen aufeinander zu und inspirieren uns gegenseitig. Wir staunen, ordnen ein und vergleichen, wir erzählen, erklären und diskutieren. Dabei suchen wir sowohl das Verbindende, als auch das Unterscheidende...
Trotzdem tue ich mich manchmal schwer damit, andere Sichtweisen zu verstehen. Dann hilft jedoch nur noch eins: Kopf stehen und dadurch meine Perspektive wechseln. So öffnet sich die Welt in einem neuen etwas anderem und unbekanntem Blickwinkel...
...denn es ist normal, verschieden zu sein!
PS: Danke meinen Lehrerinnen von der School Language International - Jen und Rabarb – für die grossartige Unterstützung. Und natürlich danke ich auch meinen wunderbaren Classmades für das Mitwirken beim Fotoshooting: ihr seid super!
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TEXT IN ENGLISH:
"Diversity is the spice of life. It opens our eyes
to new possibilities and enriches our experiences."
Ernst von Wildenbruch
A challenge awaits me this week, which - thanks to the fact that I'm in Singapore - shouldn't actually be much of a challenge. Diversity is the visible norm here. After all, Singapore is home to 5.9 million people, 76.8% of whom originally come from China, 13.8% from Malaysia and 7.9% from India. What's more, according to the Department of Statistics[1], there are around 1.7 million migrant workers here from a wide variety of countries. As you can see, Singapore is pretty diverse!
According to ewdv [2], diversity refers to a "variety of people and ways of life" that strives for equal treatment for all. Nevertheless, it is not just about "uncovering differences", but also always about "discovering similarities". As early as 1993, the then German President Richard von Weizsäcker made a fiery speech in favour of the importance of this way of thinking[3]. With his message "It's normal to be different. There is no standard for being human," he already questioned society's ideas of normality back then.
As Louisa-May Khoo[4] points out, this reality was recognised early on in Singapore. Even the founding Prime Minister Lee Kuan Yew saw it as his most important - but also his most challenging - task to build a common nation from the many multi-ethnic, multi-religious and extremely diverse groupings. And indeed! In contrast to many cities where so-called "parallel societies" have formed over the years, Singapore has successfully managed to promote a community of togetherness. Despite the many differences, it is the shared values that have a unifying effect. Unity in diversity!
And so, for the past ten months, I too have been able to enjoy and be a part of diversity in practice at the "School of Language International"[5]. I am currently learning with - and above all from - people from China, Japan, South Korea, Russia, Bangladesh, Colombia and the USA. We all benefit from the "fascinating differences" and keep discovering the "unusual and extraordinary". We marvel at the unknown and laugh together at the unfamiliar. We approach each other and inspire each other. We marvel, categorise and compare, we talk, explain and discuss. We are looking for what connects us as well as the differences...
Nevertheless, I sometimes find it difficult to understand other points of view. But then only one thing helps: standing on my head and changing my perspective. In this way, the world opens up to a new, slightly different and unknown perspective...
...because it is normal to be different!
PS: Thanks to my teachers from School Language International - Jen and Rabarb - for their great support. And of course I would also like to thank my wonderful classmates for taking part in the photo shoot: you are amazing!
[1] https://www.singstat.gov.sg/publications/reference/singapore-in-figures/population-and-households[2] https://www.ewdv-diversity.de/ueber-uns/[3] https://www.welt.de/print/die_welt/sport/article106369540/Es-ist-normal-verschieden-zu-sein.html[4] https://www.clc.gov.sg/docs/default-source/urban-solutions/urb-sol-iss-10-pdfs/essay-inclusion_through_intervention.pdf[5] https://www.language-int.com
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Wochenthema
Community
And the winner is...
WOCHE 38:
Community
Auftraggeberin: Christina Schumacher
Veröffentlichung: 2. Juni 2024
Singapur, Sonntagmorgen 9 Uhr. Heute schwingen wir uns – trotz 32 Grad im Schatten –"in neuer Mission" auf unsere Fahrräder. Denn nach elf Monaten "Abenteuer Südostasien" wissen wir, dass man sich hierzulande am Sonntag in den "Communities" trifft...
Schon nach wenigen Kilometern – bereits Schweiss gebadet – schalten wir die erste Pause ein, um die Joggenden des "Incom Eco-Run"[1] auf ihren letzten Metern anzufeuern. Das Organisationskomitee des Laufes hat sich – gemäss Motto "Every little step you make, will change the world" - zum Ziel gesetzt, die Veranstaltung nachhaltig, ohne jeglichen Abfall und Belastung für die Umwelt, zu organisieren und durchzuführen. Hinter dem Gedanken steckt die "Tau Chi Foundation[2]", eine Community, die sich für eine bessere Welt einsetzt und der sich zwischenzeitlich über 3000 Personen angeschlossen haben. So sind auch heute viele Freiwillige am Aufräumen und Abwaschen oder nutzen die Gelegenheit, um die Bevölkerung über den "Zero-Waste-Lebensstil" zu informieren. Wie auf der Homepage zu lesen ist, zielt man mit den Aktivitäten auf eine Verbesserung der Gesellschaft ab, um einen positiven Kreislauf der Nächstenliebe und Freundlichkeit voranzutreiben. Unabhängig von Alter, Rasse, Religion oder Beruf seien alle willkommen, um dem Freiwilligenkorps beizutreten. Und genau diese Freundlichkeit und Nächstenliebe sind unter den vielen Freiwilligen deutlich zu spüren.
Doch was genau ist unter einer Community zu verstehen? Wie der Sozialwissenschafter Michael Jeffrey[3] schreibt, wird der Begriff "Community" in der Wissenschaft als ein "Zusammenleben von zwei oder mehr Arten in einer gemeinsamen Umgebung", definiert. Im weitesten Sinne ist damit eine Gruppe gemeint, deren Mitglieder am selben Ort leben oder ein bestimmtes gemeinsames Merkmal haben. Während geografische Gemeinschaften dadurch definiert werden, dass sie einen gemeinsamen Standort haben, verfügt eine soziale Gemeinschaft über ein Gemeinschaftsgefühl.
Zwischenzeitlich sind wir mit unseren Fahrrädern weitergefahren und kommen schon bald – komplett durchnässt - beim “Singapore-National-Stadium“ an. Hier treffen wir auf auffallend viele übermotivierte Sporttreibende. Die meisten von ihnen sind in ihrer Community unterwegs. Man versammelt sich, um gemeinsam zu tanzen, zu joggen, Yoga zu praktizieren oder Kampfsportarten zu trainieren. Auch hier erzählt man uns stolz von den regelmässigen Anlässen.
Sie fühlen sich -wie es Michael Jeffrey erklärt - als Teil der Gemeinschaft. Der Experte weist darauf hin, dass es sich nicht bei jeder Gruppe oder jedem Team um eine Community handle. Voraussetzung sei, dass die Mitglieder über einen kontinuierlichen Zeitraum ein Gemeinschaftsgefühl - ein Wir-Gefühl - entwickeln. So sei ein gemeinsamer Zweck, ein gemeinsames Interesse oder ein gemeinsames Ziel das Wichtigste, denn Gemeinschaften würden durch diese Gemeinsamkeiten gestärkt. Andererseits übernehme die Community hinsichtlich Sinnstiftung, Motivation und Identitätsstärkung eine wichtige Rolle. Darüber hinaus würde durch die gemeinsame Basis, ein Zugehörigkeitsgefühl und dadurch eine stärkere Bindung zur Gemeinschaft entstehen.
Nachdem die “Sport-Community-Bilder“ im Kasten sind, radeln wir dem Meer entlang weiter. An der “East Coast“ versammeln sich jeden Sonntag die unterschiedlichen Volksgruppen, um einerseits gemeinsam zu musizieren, zu essen und zu feiern, andererseits aber auch, um sich gegenseitig zu unterstützen.
Wie aus Onepa[4] hervorgeht, ist man sich seit der Gründung Singapurs im Jahre 1965 bewusst, dass die Förderung der Rassenharmonie prioritär behandelt werden muss. Zwischen den unterschiedlichen Communities, die im Staat zusammenleben, sollen Brücken geschlagen und Gemeinschaften aufgebaut werden, um “ein Volk Singapur“ zu sein.
Bereits bei der ersten Gruppe werden wir zu einem Glas Reiswein eingeladen. Die "Filipino Association of Singapore" feiert heute ihr 13jähriges Jubiläum. Es dauert nicht lange und wir sitzen inmitten des Vorstands. Wie Könige werden wir empfangen und mit Suppe, Reis, Fleisch sowie Dessert verköstigt und verwöhnt. Als Erinnerung bittet man uns, mit den unterschiedlichsten Formationen für Erinnerungsfotos zu posieren. Doch mein absolutes Highlight war– und einige die mich kennen, wissen, dass dies schon immer mein innigster Wunsch war- der Karaoke-Auftritt mit meinen neuen philippinischen Freunden. Noch immer tönt es in meinen Ohren: We are family!
So schön, fühlt sich Community an...
[1] https://www.income.com.sg/ecorun/about-us
[2] https://www.tzuchi.org.sg/en/
[3] https://www.plusscommunities.com/blog/what-makes-a-community[
4] https://www.onepa.gov.sg/about-us
Wochenthema
ADRENALIN
And the winner is...
WOCHE 37:
Adrenalin
Auftraggeberin: Katja Felder
Veröffentlichung: 26. Mai 2024
Adrenalinkick gefällig? Kein Problem! Vor allem in der Schweiz gibt es unzählige Angebote, um sich in extreme Situationen zu begeben. Egal, ob am Berg, im Wasser oder in den Lüften: Wer auf der Suche nach einer actionreichen Aktivität ist, kommt in unserer Heimat voll auf seine Kosten. Die Abenteuer reichen vom Abseilen in die tiefblaue Gletscherspalte oder einem "Bungee-Jump" von einer 190 Meter hohen Hängebrücke bis hin zum Riverrafting im Wildbach oder einer Übernachtung in der senkrechten Felswand. Das Angebot nach Motto "höher, schneller, gefährlicher" ist riesig und wartet darauf, dass sich Herr oder Frau Schweizer ins nächste Vergnügen stürzt.
Das Gefühl, welches Adrenalin in uns auslöst, kennen alle. Egal, um welche "kurzzeitige hohe nervliche und emotionale Erregung[1]" es sich handelt, die Reaktionen darauf sind immer die gleichen. Das Herz schlägt schneller, die Pupillen weiten sich, die Wangen werden rot und das Blut rast durch die Adern.
Parallel kommt es – so erklärt es der deutsche Anästhesist Dr. Stephan Padosch[2] – zu einer Zentralisierung des Blutes. Dabei werde das Blut aus jenen Körperregionen abgezogen, in denen es in einer Stresssituation nicht dringend gebraucht werde. Stattdessen bekomme das Herz und die Muskulatur eine wahre Sauerstoffdusche. Wie Dernbach[3] festhält, werden bei der Adrenalindusche Müdigkeit, Schmerzen, Hunger und Verdauungsprozesse komplett unterdrückt, Die Leistungsbereitschaft werde dadurch massiv erhöht und in diesem Moment sei man in der Lage, zur körperlichen Topform aufzulaufen. Zudem– so schreibt es Fit for Fun[4] - sei es dank Adrenalin möglich, unsere Wahrnehmung auf einen bestimmten Moment zu fokussieren, damit ungeahnte Kräfte freigesetzt würden.
Und genau diesen Moment versuche ich bei meiner Challenge zum Thema Adrenalin einzufangen und festzuhalten. Doch während – wie bereits eingangs erwähnt – in der Schweiz unzählige "Nervenkitzel-Erlebnisse" angeboten werden, die mich nur schon beim Durchlesen in einen Adrenalinschub versetzen, sieht die Lage in Singapur etwas anders aus. Im Vergleich zu den waghalsigen Abenteuern in der Schweiz, erinnert das Angebot Singapurs eher an einen Kindergeburtstag. Weder die "Cablecarfahrt" zum 106 Meter hohen Mount Faber (nein ich habe keine Null vergessen ;-), noch der "Tree Top Walk" über die 250 Meter lange Hängebrücke im "McRitchie Park", noch das virtuelle Fallschirmspringen im "Frei-Fall Simulator" versprechen den ultimativen Adrenalinkick.
Trotzdem gelingt es mir ein passendes Angebot aufzuspüren, bei dem man mit einer gehörigen Adrenalin-Dusche belohnt wird. So stehe ich drei Stunden lang beim 50 Meter hohen "Bungy Tower" am Strand von Sentosa, wo regelmässig das Kommando zum mutigen Sprung ins Leere ertönt: 3, 2, 1... BUNGEEEE! Danach geht mit einem Affenzahn in Richtung Boden...
Während meine Models ihre Angst überwinden, sich fallen lassen und gerade die Grenzen der eigenen Komfortzone erweitern, habe ich die Ehre, die Gesichter im Adrenalinrausch ablichten zu dürfen.
[1]https://de.wiktionary.org/wiki/Adrenalinkick#:~:text=Hörbeispiele%3A-,Adrenalinkick,Adrenalinausschüttung%20im%20Körper%20hervorgerufen%20wird
[2] https://www.mz.de/leben/gesundheit/freizeit-unter-strom-ohne-adrenalin-keine-leistung-2019391
[3] https://www.arztphobie.com/psychologie/sucht/adrenalinsucht/
[4] https://www.fitforfun.de/sport/outdoor/adrenalinkick-extreme-erleben_aid_11005.html
Wochenthema
ALT UND NEU AUF DER STRASSE
And the winner is...
WOCHE 36:
Alt und Neu auf den Strassen
Auftraggeber: Tobi Heess
Veröffentlichung: 19. Mai 2024
Die dieswöchige Challenge trägt den offiziellen Titel "alt-und neu". Tobi, mein Auftraggeber, hat das Thema jedoch bereits zu Beginn eingegrenzt und wünscht sich, dass ich "Alt und Neu auf den Strassen" fotografiere. Während ich mich hinsichtlich Recherchen auf das Thema freue, fällt meine Euphorie fürs Fotografieren von motorisierten Rädern eher etwas bescheiden aus. Trotzdem mache ich mich bereits in Singapur auf die Suche nach Motiven, treffe auf den Strassen jedoch auf sehr viel Neues und Teures.
Dies erstaunt nicht, denn in Singapur gelten Autos als Luxus für Reiche. Laut Handelsblatt[1] versucht die Regierung, den Bürgerinnen und Bürgern das Autofahren so gut es geht auszureden und setzt dabei auf finanzielle Abschreckungsversuche. Man habe im Inselstaat schon früh erkannt – so schreibt der Tagesanzeiger[2] - dass die Kapazitäten auf den Strassen früher oder später an ihre Grenzen stossen würden. Deshalb wurde bereits 1990 ein Berechtigungssystem eingeführt, das die Gesamtzahl der Fahrzeuge reguliert. Die Zeitschrift Spiegel[3] nennt es "City-Maut in Extrem", denn für eine Autozulassung brauche es ein Zehn-Jahres-Zertifikat, dessen Preis aktuell bei umgerechnet 100´000 Franken liege. Hinzu kommt der Kaufpreis, der Einfuhrzoll, die Zulassungsgebühren und die Steuern, sodass die Inbetriebnahme einer Mittelklasse-Limousine gegen 200´000 Franken zu kosten kommt. Für die NZZ[4] handelt es sich deshalb um ein "Luxusprodukt mit ausgeprägtem Statuscharakter". Hinzu kämen – so die Zeitung weiter – administrative Auflagen. So müsse das Auto stets gereinigt, beulenlos und auch anderweitig makellos daherkommen.
Damit wird klar, dass es für Normalverdienende mit einem Durchschnittseinkommen von rund 5000 Franken schwierig ist, sich ein Auto leisten zu können. Trotzdem ist das Angebot noch immer geringer als die Nachfrage. Gemäss Tagesanzeiger werden die Lizenzen alle zwei Wochen per Auktion verkauft. Laut Handelsblatt[5] speist der Erlös Beträge in Milliardenhöhe in die Staatskasse. Davon wird der öffentliche Nahverkehr – der bereits jetzt Weltklasse ist - weiter ausgebaut und stark subventioniert.
Die NZZ vermerkt, dass aktuell die 532 000 registrierten Autos als absolute Obergrenze gelten. Wie Deutschlandfunkkultur[6] hinzufügt, soll diese Zahl langfristig sogar sinken. Neuzulassungen gibt es nur nach Abmeldung. Deshalb steht Singapur - wie es velojournal[7] schreibt - mit einer Fahrzeugdichte von 102 Autos pro 1000 Personen im Vergleich zur Schweiz – mit 531 pro 1000 - bescheiden da.
In Anbetracht dessen, dass die öffentlichen Verkehrsmittel Singapurs wirklich Weltklasse sind und man damit für sehr wenig Geld, fast jederzeit überallhin kommt, stellt sich die Frage, wozu man in Singapur überhaupt ein Auto braucht. Die Tatsache, dass man in nur einer Stunde Fahrtzeit von einem zum anderen Ende der Insel fährt, deutet zudem auf die sehr eingeschränkten Einsatzmöglichkeiten des Luxusartikels hin.
Klar ist – so vermerkt es der Kurier[8] - dass das Quotensystem dazu beigetragen hat, Singapur vor Megastaus mit gesundheitsbelastenden Feinstaubbelastung, die in anderen südostasiatischen Grossstädten zur Tagesordnung gehören, zu bewahren.
Und genau diese nervtötenden und lauten Staus zur Rushhour gehören in Shanghai – wo ich den Grossteil der Fotos knipse - zur Tagesordnung. Hier stosse ich auf mehr "Altes als Neues", was mich richtig begeistert. Erst Marcellos Bemerkung, dass auch in China, Autos nicht alt seien, sondern lediglich täglich genutzt und stark beansprucht würden, bringt mich wieder auf den Boden der Realität zurück. Die Regierung in Singapur hätte beim Anblick der verbeulten und ungewaschenen Autos sicherlich keine Freude gehabt ;-)!
[1] https://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/asia-techonomics-autos-nur-fuer-reiche-in-singapur-ist-das-besser-als-es-klingt/28503802.html
[2] https://www.tagesanzeiger.ch/happiger-preisaufschlag-fuer-lizenz-warum-singapur-der-teuerste-ort-der-welt-ist-um-ein-auto-zu-besitzen-372725289796
[3]. https://www.spiegel.de/wirtschaft/singapur-neue-autos-kosten-jetzt-106-000-dollar-plus-kaufpreis-a-fe5befdd-b12e-4528-b2f5-ea293544d8a7
[4] https://www.nzz.ch/zuerich/verkehr-was-singapur-besser-macht-als-stadt-zuerich-ld.1753281
[5] https://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/asia-techonomics-autos-nur-fuer-reiche-in-singapur-ist-das-besser-als-es-klingt/28503802.html
[6] https://www.deutschlandfunkkultur.de/ende-des-wachstums-in-singapur-auto-obergrenze-erreicht-100.html
[7] https://www.velojournal.ch/aktuell/nachrichten/detail/autos-auf-eis-gelegt/
[8] https://kurier.at/chronik/welt/autolizenz-singapur-umwelt-asien-oeffentlicher-verkehr-zertifikat/402626060
Wochenthema
DAZWISCHEN
And the winner is...
WOCHE 35:
DAZWISCHEN
Auftraggeberin: Marina Tschudi
Veröffentlichung: 12. Mai 2024
Diese Woche passt das Challenge-Thema hervorragend zu unserem aktuellen Aufenthaltsort. Seit zehn Tagen befinden wir uns nämlich im sogenannten "Reich der Mitte". Was liegt da näher, als sich in China auf die Suche nach dem "DAZWISCHEN" zu machen?
Doch weshalb ist China auch als "Reich der Mitte" bekannt? Wie Hoffbauer[1] schreibt, besitzen die Chinesen für ihr Land keinen eigenen Namen. Stattdessen ist von "Zhong Guo" die Rede, was wortwörtlich "Reich der Mitte" heisst. Dieser Begriff – so erläutert der Autor – sei von der Vorstellung geprägt, dass die Chinesen den Mittelpunkt der Erde bewohnen, der auf der einen Seite von Meeren und auf der anderen von "Barbaren" umgeben sei. Auch das Kulturmagazin China[2] befasst sich mit dem Begriff und ergänzt, dass früher die Hauptstadt geographisch im Zentrum des Reiches lag und deshalb den kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Mittelpunkt bildete.
Vielleicht stosse ich deshalb auf so viele DAZWISCHEN? So begegne ich beim Himmelstempel in Peking auf Menschen, die ZWISCHEN den Geländern stehen, bei den Mauern vor der verbotenen Stadt auf Velofahrerinnen und Fussgänger, die sich extra für mich ;-) Motto gerecht formieren und natürlich erforsche ich auch das DAZWISCHEN auf der Chinesischen Mauer...
[1] https://www.handelsblatt.com/arts_und_style/china-lexikon-reich-der-mitte/2956584.html
[2] http://german.china.org.cn/german/9862.htm
Wochenthema
"VERTRAUEN"
And the winner is...
WOCHE 34:
VERTRAUEN
Auftraggeberin: Brigitte Villiger
Veröffentlichung: 5. Mai 2024
Donnerstagmorgen in Singapur - Die Fotos zum Thema Vertrauen sind bereits abgeliefert und warten auf die Jurierung. Da es sich langsam eingebürgert hat, dass zur Wochen-Challenge auch ein kurzer Text – optional mit Bezug zu Singapur-Schweiz - verfasst wird, sitze ich heute eher etwas ideenlos vor dem Bildschirm. Aus diesem Grund befrage ich "Google" und stosse schon bald auf ein spannendes Interview mit Tan Hwee Hoon[1]. Die Managementprofessorin aus Singapur forscht schon seit einigen Jahren zum Thema "Vertrauen und Kultur" und hält fest, dass sich Vertrauen kulturell unterschiedlich ausdrücke.
In Südostasien – so Tan – sei Vertrauen immer auch mit dem Risiko verbunden, verletzt zu werden. Je mehr man sich öffne, desto verwundbarer sei man. Gerade deshalb müsse Vertrauen immer hart erarbeitet werden. Erst aufgrund mehreren positiven Erfahrungen werde allmählich ein Urteil gebildet, welches Vertrauen beziehungsweise eine positive Erwartung zulasse.
Die Professorin begründet dies mit der Tatsache, dass in Asien das Gruppengefühl stärker ausgeprägt sei und man sich, immer als Teil einer Gemeinschaft sehe. Während in westlichen Ländern die eigene Identität mit der individuellen Leistungsfähigkeit und dem Können eine wichtige Rolle spiele, lege man in Asien viel mehr Wert auf persönliche Beziehungen. Mitarbeitenden sei es wichtig, dass sich Kolleginnen und Kollegen sowie Vorgesetzte für sie interessierten. Man vertraue, weil man überzeugt sei, dass das Gegenüber das Beste für die Gemeinschaft wolle, zu seinem Wort stehe und zuverlässig sei.
Doch wie sieht es mit dem Vertrauen weltweit aus? "Können wir unseren Mitmenschen vertrauen?", diese Frage steht im Zentrum einer breit angelegten internationalen Studie und wird seit 1981 Menschen aus allen Kontinenten gestellt. Die sechste Erhebung zeigt klar auf, dass das Vertrauen in den vergangenen 40 Jahren in den meisten Ländern gesunken ist. Gemäss NZZ[2] ist das Misstrauen in Ländern, mit einer grossen Schere zwischen Arm und Reich besonders ausgeprägt. Deshalb überrascht es nicht, dass in sämtlichen afrikanischen Ländern, der Vertrauenswert weit unter dem weltweiten Durchschnitt liegt. Auch Länder mit kriminellen Organisationen, mit Bürgerkriegen oder gesellschaftlichen Spaltungen schneiden hinsichtlich Vertrauen schlecht ab. Schlusslichter bilden Kolumbien sowie die Philippinen, wo nur gerade 3 bis 4 Prozent aller Befragten angeben, den Mitmenschen zu vertrauen.
Trotzdem gibt es Länder, in welchen der Wert während den vergangenen Jahrzehnten gestiegen ist. Spitzenreiter mit 66 Prozent ist die Niederlande. Doch glücklicherweise erscheinen sowohl die Schweiz, als auch Singapur bei diesem Ranking ganz weit oben, sodass ich unbesorgt auch weiterhin meine Lebensstrategie verfolgen kann...
Wer Vertrauen hat, erlebt jeden Tag Wunder.
Epiker von Samos
[1] https://www.fst.com/de/news-stories/magazin/nachhaltigkeit/vertrauen/
[2] https://www.nzz.ch/vertrauen/vertrauen-wo-es-zunimmt-und-wo-es-schwindet-ld.1414872