Wochenthema "VERSTECKEN":
And the winner is...
Woche 8: "VERSTECKEN"
Auftraggeberin: Jacqueline Gasser
Sich verstecken heisst nicht, sich in Sicherheit bringen.
Lateinische Lebensweisheit
Versteckis? Wer kennt es nicht, jenes Spiel auch Kindheitstagen, welches wir immer und überall gespielt haben. Ein gutes Versteck war dabei genauso wichtig, wie das versteckte Anschleichen mit dem erlösenden "Freischlagen".
Spielerisch und lustvoll soll deshalb auch die Challenge zum Thema "Verstecken" umgesetzt werden. Ein Schirm - der sowohl bei Sonnenschein als auch bei Regengüssen - zweifelsohne zum Strassenbild von Singapur gehört, dient meinen spontan angefragten "Models" als Versteck. Und es funktioniert!
Versteckt und beschützt hinter dem Schirm - in scheinbarer Sicherheit - spielen alle gerne mit und kokettieren spielerisch mit der Kamera.
Schon bald sind die Fotos im Kasten und Woche 8 abgeschlossen. Nach dem schon beinahe traumatischen Shooting von letzter Woche ein Kinderspiel ;-)!
Wochenthema "WINDSPIEL":
And the winner is...
Woche 7: "WINDSPIEL"
Auftraggeber: Erwin Achermann
Dank Erwins Auftrag durfte ich diese Woche sowohl die "Leichtigkeit von Federn" erforschen als auch die "Unberechenbarkeit von singapurischen Winden" kennenlernen. Eigentlich sah ich die Auswahlbilder – und somit auch das Siegerfoto - bereits vor mir: Viele tanzende, flauschige Federn, die in wunderschönem Einklang synchron vom Himmelszelt runtersegeln...
Diese Vorstellung musste ich jedoch bald wieder begraben, denn die unzähligen schneeweissen Federn, die aus einem – zuvor eigens von mir - aufgeschlitzten Ikeakissen stammten, verhielten sich überhaupt nicht so, wie ich es mir ursprünglich vorgestellt hatte. Sie segelten – in einem Höllentempo - überall hin, nur nicht an meiner Linse vorbei.
Im Chinamarkt kaufte ich deshalb Fischerfaden, spannte vor unserem Schlafzimmerfenster eine improvisierte Wäscheleine und befestigte die Federn mit dem transparenten Faden daran. Doch auch hier übernahm nicht ich das Kommando, sondern die Federn und der Wind führten Regie. So drehten sich die Federn eigensinnig und unermüdlich um ihre eigene Achse und weigerten sich kooperativ zu posieren.
Schlussendlich entschied ich mich die Federn vor unterschiedlichen Hintergründen zu platzieren und zu warten, bis sie zum Tanz abhoben. Doch auch hier waren entweder die Federn zu müde oder der Wind zu stark.
Zum Schluss deshalb folgende Erkenntnisse, in Form von zwei Zitaten...
Die Realität ist oft unkooperativ. Christopher Moore
sowie
Je üppiger die Pläne blühen, um so verzwickter wird die Tat. Erich Kästner
In diesem Sinne freue ich mich auf eine unspektakuläre nächste Challengewoche!
Wochenthema "ANDERS":
And the winner is...
WEITERE FOTOS...
Woche 6: "ANDERS"
Auftraggeber: Thomas Tschudi
Anders
Bereits auf den ersten Blick dürfte man erkennen, dass die entstandenen Fotos dieser Challenge-Woche anders sind, als die der vergangenen fünf Wochen...
Begonnen hat alles damit, dass ich immer wieder nach geeigneten Fotosujets, die eine Andersartigkeit verkörpern, Ausschau hielt. Zudem dachte ich oft über die unterschiedlichen Verwendungen des Wortes anders nach. Deshalb habe ich – wie so oft – den Duden dazu befragt und folgende Definitionen gefunden:
"auf andere, abweichende Art und Weise, verschieden" sowie "andersartig, fremd, ungewohnt"
Dank meiner Recherche weiss ich jetzt zudem, welche Wörter unmittelbar nach anders erscheinen. Neben andermal und Andermatt ist glücklicherweise auch andernorts aufgeführt. Darüber bin ich sehr froh, denn so schaffe ich in meinem Text einen galanten Übergang zum weiteren Textverlauf und damit zu Singapur...
Denn hier wohne ich bereits seit vier Monaten. Natürlich ist – in 12000 Kilometern Entfernung zu meiner Heimat - vieles anders. Vor allem in meiner Englischklasse, in welcher ich unter den vielen Chinesinnen rein visuell sehr auffalle – gelte ich als eindeutig anders. Auch im Alltag – sei es im Fitnesscenter, beim Einkaufen oder auf der Strasse – gehöre ich aufgrund meines westlichen Aussehens eindeutig zu einer Minderheit. Trotzdem fühle ich mich in der Stadt sehr wohl, denn je länger ich hier lebe, desto mehr wächst in mir die Erkenntnis, dass Singapur aus lauter Minderheiten besteht und es - gemäss Richard von Weizäcker – hier keine Norm für das Menschsein gibt. Sein berühmtes Zitat bringt es abschliessend wunderschön auf den Punkt:
„Es ist normal verschieden zu sein.“
PS: Auf Wikipedia stosse ich für das Wort anders auf folgende drei Synonyme: „verschieden, ungewöhnlich, besonders“... was wiederum wunderbar zu den entstandenen Challengefotos passt.
Wochenthema "JUNG-ALT":
And the winner is...
Woche 5: JUNG-ALT
Auftraggeberin: Eva Zihlmann
Obwohl ich zwischenzeitlich wieder zurück in Singapur bin, gibt es auch in der fünften Challenge-Woche nochmals Fotos aus Bali.
Bali wird oft als "Insel der tausend Tempel" bezeichnet. Wer schon auf Bali Ferien verbracht hat, weiss, dass jede traditionelle Familie zwischen öffentlicher Strasse und Wohnhaus mindestens einen eigenen Tempel besitzt. Gemäss Schätzungen sollen es über 20000 balinesisch-hinduistische Tempel sein.
So waren wir beim Besuch im Zentrum von Ubud von den vielen Tempeln beeindruckt. Im Unwissen darüber, dass es sich bei den meisten davon um private Tempel handeln könnte, haben wir einige davon besucht und besichtigt. In einem davon trafen wir auf eine ältere Frau, die mit ihrer achtmonatigen Enkelin im Haustempel spielte. Später gesellte sich auch noch die Urgrossmutter dazu. So entstand ein zufälliges Fotoshooting mit drei Generationen "Urgrossmutter, Grossmutter und Kind". Geblieben - sind neben den entstandenen Fotos - wunderschöne Erinnerungen an berührende Begegnungen...
Dieses Foto entstand in einem kleinen balinesischen Dorf. Die Urgrossmutter sah mit ihrem Urenkel einer Prozession zu...
Wochenthema "Berührend":
And the winner is...
Woche 4: Berührend
Auftraggeberin: Theres Bösch
Die vierte "Challange-Woche" durfte ich auf Bali verbringen, wo es mir überhaupt nicht schwer gefallen ist, eine Vielfalt an berührenden Momente einzufangen. Trotzdem habe ich mich bei den ausgewählten Bildern eingeschränkt und sie den "Marktfrauen aus Ubud" gewidmet. Diese Frauen stehen täglich mit ihren Batikkleidern, Korbtaschen, Buddhas, Räucherstäbchen oder Holzenten an ihren Marktständen und warten sehnlichst auf Kundschaft. Da alle - in etwa - die gleiche Ware anbieten, wird es für die Frauen immer schwieriger, etwas zu verkaufen. Die Freude über einen erfolgten Verkauf ist gerade deshalb riesig und die Begegnungen berührend.
Theres, meine Auftraggeberin schreibt passend dazu:
"das erlebte Zwischenmenschliche ist prägend..."
...in diesem Sinne hoffe ich, dass ein Hauch dieser berührenden zwischenmenschlichen Interaktion in jedem Bild "steckengeblieben" ist.
Weitere Bilder
Wochenthema "Doors":
And the winner is...
Woche 3: Doors
Auftraggeberin: Andrea Schmid
Wichtigste Türen in Singapur sind zweifelsohne "HDB-Wohnungstüren", hinter welchen über 80 Prozent der Bevölkerung Singapurs leben. Bei den Wohnungen der Wohnungsbaubehörde "Housing and Development Board" handelt es sich um Eigentumswohnungen, die der Staat durch subventionierte Preise und günstige Finanzierung auch sozial schwächeren Familien zugänglich macht. Gerade deshalb weist Singapur mit 91 Prozent – hinter Rumänien - die weltweit zweithöchste Wohneigentumsquote auf[1] [2].
Hinter der Idee vom sozialen Wohneigentum steckte dereinst der spätere Staatsgründer Lee Kuan Jew. Er war vehementer Gegner von Mietwohnungen, denn er vertrat die Überzeugung, dass Menschen sorgfältiger mit ihrem Eigentum umgehen würden. Zu dieser Zeit - in den frühen 1960er Jahre- musste Singapur einerseits viel neuen Wohnraum für die rasant wachsende Bevölkerung schaffen, andererseits wollten die vielen Slums, die damals noch existierten, nicht zum angestrebten Stadtbild passen[3].
Seither kämpft der Staat - mit einem Schlüssel für die Vergabe der Wohnungen, gegen eine Ghettoisierung. So müssen in jeder HDB-Siedlung die ethnischen Gruppen - 75% aus China, 14% aus Malaysia und 8% aus Indien - immer proportional vertreten sein [4].
Angestrebt werden zudem auch Gemeinschaften. Deshalb bildet in jedem Zentrum ein Community-Center mit Begegnungsräumen sowie einer Bibliothek das Herzstück. Im Aussenbereich gibt es Spielplätze, Fitnessgeräte, Sportplätze und manchmal sogar ein Schwimmbad. Zum Standard gehört zudem immer eine Arztpraxis sowie ein Nachhilfeangebot für Kinder [5].
Neben den äusserst überteuerten Condo-Wohnungen für uns Expats, leben trotzdem noch Einheimische in ihren privaten -nicht HDB - Wohnungen und Häusern, die sich in "Chinatown", "Little India" oder im "Malay Village" befinden. Glücklicherweise; denn dort habe ich die Fotosujets für die Challenge gefunden…
[1] www.kas.de/de/web/auslandsinformationen/artikel/detail/-/content/eine-stadt-bauen-ein-volk-erschaffen[2] www.ripleybelieves.com/countries-with-highest-home-ownership-rates-5406. [3] www.deutschlandfunknova.de/beitrag/singapur-80-prozent-der-menschen-leben-in-sozialwohnungen[4] www.swissinfo.ch/ger/-rassendenken--in-singapur/579364[5] www.deutschlandfunknova.de/beitrag/singapur-80-prozent-der-menschen-leben-in-sozialwohnungen
weitere Bilder...
Wochenthema Kleider und Farben:
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Woche 2: Kleider und Farben
Auftraggeberin: Anaïs Bucher
Momentaufnahmen des Glücks?
Sonntag für Sonntag zeigt sich in Singapur das gleiche Bild: Gegen Mittag werden in sämtlichen öffentlichen Parks und Wiesen der Innenstadt Picknickdecken ausgebreitet und Esswaren ausgepackt. Nach sechs Tagen Arbeit geniessen die Hausangestellten der Sechs-Millionen-Metropole ihren freien Tag. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen verbringen sie einen unbeschwerten Tag; essen, trinken, lachen zusammen und fotografieren sich gegenseitig...
Seit 20 Jahren steigt die Anzahl der Hausangestellten stetig an. Während 2002 lediglich 140 000 als "Domestic Worker" registriert waren [1], arbeiteten 2022 bereits 268 000 in fremden Haushalten. Die Maids – wie man sie umgangssprachlich nennt - stammen aus unterschiedlichen Ländern. Während vor 20 Jahren hauptsächlich Frauen aus Indonesien sowie aus den Philippinen beschäftigt wurden, sind mittlerweile auch viele Frauen aus Thailand, Bangladesch, Indien und vor allem aus Myanmar als Haushaltshilfen angestellt.
So ist es auch nicht erstaunlich, dass ich an diesem Sonntag hauptsächlich auf sehr viele Hausangestellte aus Myanmar treffe. Sie fallen mit ihren wunderschönen farbenfrohen Kleidern speziell auf und bieten eine wunderbare Gelegenheit, um Momentaufnahmen für meine Challenge einzufangen. Alle sind stolz darauf, in ihren Sonntagskleidern fotografiert zu werden und strahlen mir in die Kamera.
Weiter vorne treffe ich auf Indonesierinnen in bunten Kleidern. Um sich vor der Sonne zu schützen, haben sie ihre Schirme aufgespannt. Dinda erzählt mir, dass sie bereits seit sechs Jahren in Singapur arbeite. Sie sei zufrieden, denn sie könne ihrem Ehemann und ihren zwei Söhnen jeden Monat Geld schicken. Stolz zeigt sie auf ihrem Smartphone Fotos von ihren Kindern.
Obwohl eine Maid umgerechnet monatlich zwischen 150 und 400 Franken verdient, kann davon in der Heimat die ganze Familie profitieren. Die Nachfrage nach Hausangestellten in Singapur ist gross. Durchschnittlich jeder fünfte Haushalt leistet sich eine eigene Bedienstete. Diese wohnt bei ihren Arbeitgebern und ist rund um die Uhr verfügbar. Obwohl in Singapur seit 2019 ein neues Arbeitsrecht[2] in Kraft ist, hat es der Inselstaat verschlafen, menschlichere Arbeitsbedingungen für Maids zu schaffen. Noch immer sind sowohl Arbeitszeiten, als auch der Mindestlohn nicht gesetzlich festgelegt. Somit ist jede Hausangestellte auf die "Grosszügigkeit" ihrer Arbeitgebenden angewiesen.
Mittlerweile hat es zu regnen begonnen. Hastig packen die Frauen ihre Decken und bunten Plastiktüten zusammen und suchen Unterschlupf unter den Vordächern von öffentlichen Gebäuden. Eine Gruppe junge Indonesierinnen - allesamt sehr modern gestylt - ist damit beschäftigt, sich gegenseitig mit ihren Smartphones zu filmen. Auch sie arbeiten als Maids in fremden Haushalten und transferieren monatlich Geld in ihre Heimat. Trotzdem passen jene jungen Frauen nicht ganz in mein Bild der unterdrückten Hausangestellten. Wie mir ihre Anführerin Diwi erzählt, sei sie in ihrer Familie – für die sie seit einem Jahr arbeite - bestens aufgehoben und erhalte von ihnen sehr viele Geschenke. Sie lerne jeden Tag viel dazu und sei stolz darauf, in dieser wunderschönen Stadt leben und arbeiten zu dürfen. Zudem habe sie viele Freundinnen mit denen sie viel "Fun" erlebe. Zeigt sich hier ein Hoffnungsschimmer auf eine Trendwende?
Am Abend bin ich mit dem Versand von Fotos beschäftigt. Sechs Telefonnummern habe ich entgegengenommen, sechs neue Kontakte, die auf ihre Fotos warten...
Momentaufnahmen des Glücks?
[1] https://www.statista.com/statistics/953137/singapore-foreign-domestic-workers-employed/
[2] https://www.roedl.de/themen/singapur/arbeitsrecht-status-quo-aenderung-arbeit-vertrag
weitere Bilder...
Wochenthema Religionen:
And the winner is...
"Fotografiere niemals etwas,
was dich nicht interessiert."
Lisette Model
WOCHE 1: RELIGIONEN
Auftraggeberin: Ruth Zimmermann
Religionen sind in Singapur allgegenwärtig, denn Gotteshäuser finden sich in jeder Strassenecke. Zwar war ich auch schon hin und wieder in einem Tempel, doch eine intensivere Auseinandersetzung erfolgte erst dank meiner ersten Challenge-Woche. Ich nahm mir viel Zeit und besuchte Buddhistische und Hinduistische Tempel, die sich in der Nähe unserer Wohnung befinden. Rückblickend bezeichne ich den Besuch eines Hinduistischen Abendrituals als "Highlight" der Woche. Ich durfte daran teilhaben, beobachten, fotografieren und hatte im Anschluss daran die Gelegenheit mit dem Priester über die Inhalte der Feier sprechen. Natürlich suchte ich zu Hause nach Antworten zu ungeklärten Fragen...
..seither weiss ich, dass der Buddhismus in Singapur mit 33 Prozent, die am meisten verbreitete Religion ist. Gemäss Statistik bekennen sich weitere 18 Prozent zum Christentum sowie 15 Prozent zum Islam. Während sich 10 Prozent der Bevölkerung als Taoisten bezeichnen, sind es bei den Hinduisten lediglich 5.1 Prozent. Da es in Singapur unzählige hinduistische Tempel gibt, hat mich dies sehr erstaunt.