Wochenthema
"VELOS"
And the winner is...
WOCHE 33:
VELOS
Auftraggeber: Josef Bösch
Jury: Theres Bösch
Veröffentlichung: 28. April 2024
"Nur Geniesser fahren Fahrrad und sind immer schneller da."
Die Prinzen- "Mein Fahrrad" - 1993
Sonntagnachmittag in Singapur - Während ich mit meinem Velo zum Meer fahre, singe ich leise das "uralte" Lied der Prinzen. Obwohl ich dabei unglaublich ins Schwitzen komme, geniesse ich meine Fahrradtour sehr.
Wie immer an Wochenenden herrscht auch heute - auf den insgesamt 240 Kilometern städtischen Velowegen - reger Verkehr. Da jedoch alles mehrspurig angelegt ist, gibt es trotzdem ausreichend Platz für alle. Wie "Singapurmap360"[1] schreibt, macht das Fahrrad lediglich ein Prozent aller Fahrten in Singapur aus. Um den Veloverkehr zu fördern, würden die Radwege deshalb massiv ausgebaut. Ziel sei es, bis ins Jahr 2030 über ein 700 Kilometer umfassendes Radwegnetz zu verfügen.
Zwischenzeitlich sitze ich auf einer Parkbank mit perfekter Sicht aufs Meer sowie auf die Skyline der Stadt. Von hier aus mustere ich die vielen Zweiräder, die dank ihrer tretenden Belegschaft im Sattel an mir vorbeisausen. Sofern ich ein geeignetes Motiv erahne, drücke ich im richtigen Moment – so hoffe ich - auf den Auslöser der Kamera. "Unterschiedlichste Fahrräder und ihre Fahrenden", so lautet nämlich der Auftrag der Woche.
Josef Bösch, mein angeheirateter Onkel, hat mir im September sein Challenge-Thema durchgegeben. Leider ist er am 3. Februar überraschend schnell im Alter von 76 Jahren verstorben. Da Josef immer ein begeisterter Velofahren war, hat mich sein auserwähltes Thema überhaupt nicht überrascht. Auch seine Ergänzung, dass ihn dabei insbesondere der Mensch auf dem Velo interessiere, war ebenfalls "typisch Josef".
"Typisch Josef" war auch sein echtes Interesse am Gegenüber. So war er ein phänomenaler Zuhörer, dem es gelang, die richtigen Fragen zu stellen und einem immer die nötige Zeit und den Raum gab, um ergänzen und erklären zu können. Scheinbar frei von stereotypem Denken und von Vorurteilen begegnete er seinen Mitmenschen auf gleicher Augenhöhe. Deshalb wurde er ihnen gerecht und behielt den Blick auf das "individuell Besondere".
Josef erzählte jedoch auch gerne lustige Geschichten, wissenswerte Hintergründe und interessante Anekdoten. Dies mit tiefer Stimme in seinem unverwechselbaren – sehr angenehmen – Ostschweizer Dialekt. Leider ist seine Stimme für immer verstummt. Was bleibt, sind viele schöne Erinnerungen an einen wertvollen Menschen, der fehlt und fehlen wird...
Geschichten erzählen nun auch die Bilder, die – dank Josef – an diesem Sonntagnachmittag entstanden sind. Geschichten, die das Leben schreibt...
[1] https://de.singaporemap360.com/fahrradkarte-singapur
Wochenthema
"STREIT"
And the winner is...
WOCHE 32:
STREIT
Auftraggeberin: Marianne Landolt
Veröffentlichung: 21. April 2024
Heute schon gestritten? Als Kind gehörte Streit unter uns drei älteren Geschwistern zur Tagesordnung. Wir wussten ganz genau, was "Bruder" oder "Schwester" auf die Palme bringen würde und provozierten uns bis aufs Übelste. So waren wir fähig, "ein schönes Miteinander" in kürzester Zeit in "eine erbitterte Nahkampfzone" zu verwandeln. Gestritten wurde aus Rache, aus Wut, Eifersucht oder Frust. Auslöser war meist eine erlebte Ungerechtigkeit. So lagen wir uns wegen Lieblingstassen, begehrten Spielzeugen, Missachtung von Spielregeln oder – was häufig vorkam - beim Aufteilen der Cervelat in den Haaren. Was mit einem verbalen Schlagabtausch begann, endete meist in einem physischen Angriff mit Hauen, Kneifen, Haare ziehen oder manchmal sogar Beissen. Wie waren wir grausam!
Wie aus Fritz und Fränzi[1] hervorgeht, sollen sich Kinder– so belegen es Studien – im Schnitt alle 20 Minuten streiten. Streiten, so äussert sich die Pädagogin Sarah Zanoni, sei völlig normal, denn dabei würden Kinder wichtige Fähigkeiten fürs Leben trainieren und ihre Persönlichkeit kennenlernen. Auch der dänische Familientherapeut und Buchautor Jesper Jul bezeichnet Streit als wertvolle Quelle für den Aufbau von Selbstwertgefühl und Sozialkompetenz.
Wie gerne wäre ich während den vergangenen Wochen streitenden Kindern begegnet! Doch ich fand sie nirgendwo. Egal wo ich suchte - auf Spielplätzen, in Supermärkten, in U-Bahnen oder in Restaurants - überall traf ich auf wohlerzogene Kinder, die respektvoll miteinander umgingen. Kein Wunder, denn auch unter den Erwachsenen Singapurs scheint überall "eitel Sonnenschein" zu herrschen, denn man strebt nach Harmonie.
Dieses Harmoniebedürfnis ist typisch für die in Asien verbreiteten kollektivistischen Werte. Während bei uns das Kind mit seinen Wünschen und Meinungen im Zentrum steht und zur Autonomie erzogen wird, ist es in Asien ein Teil des sozialen Systems. Deshalb liegt der Fokus der Erziehung auf Gehorsam, Respekt und Mithilfe in der Gesellschaft[2]. Sowohl im Zusammenleben als auch in der Zusammenarbeit steht das Gemeinwohl, das Gruppeninteresse und die Harmonie im Zentrum[3].
Ikud[4] ergänzt diesbezüglich, dass die Familie im kollektivistischen Wertesystem prototypisch für alle sozialen Organisationen und Gemeinschaften stehe. Somit werde das "Wir" vor das "Ich" gestellt. Das Erlangen einer kollektiven Identität gelte als erstrebenswert. Harmonie in der Gruppe und in persönlichen Beziehungen sei ein wichtiges Gut, weshalb Konflikte vermieden werden müssten und man sich stattdessen dem Gruppenwohl unterzuordnen habe. Deshalb seien, individuelle Meinungsäusserungen, die kritische Aspekte enthalten, in aller Regel unerwünscht und entsprechend zu vermeiden.
So kam ich irgendwann zur Erkenntnis, dass es nichts bringt, in Singapur nach streitenden Menschen zu suchen. Glücklicherweise brachte mich der Hahnenkampf zwischen zwei gefiederten Quartierbewohnern schlussendlich auf die Idee, endlich einmal den Tieren im Zoo von Singapur einen Besuch abzustatten. Und wirklich! Dort begegneten mir beissende Affen, diskutierende Vögel, Pelikane, die sich anschwiegen, Wasserschildkröten, die vor dem Krokodil flohen und sogar Tiere, die sich ums Essen stritten... irgendwie kam mir dies alles sehr vertraut vor ;-).
[1] https://www.fritzundfraenzi.ch/gesellschaft/weshalb-streiten-kinder-so-oft/[2] https://www.daz-portal.be/interkulturelles/kulturenvielfalt/#:~:text=In%20individualistisch%20geprägten%20Kulturen%20steht,zu%20werden%2C%20wie%20es%20ist.[3] https://www.hsu-hh.de/individualismus-und-kollektivismus#:~:text=Individualismus%20und%20Kollektivismus%3A%20In%20individualistischen,mit%20anderen%20Menschen%20betont%20werden.[4] https://www.ikud-seminare.de/glossar/kollektivismus-definition-indikatoren.html
Wochenthema
"HANDWERK"
And the winner is...
WOCHE 31:
HANDWERK
Auftraggeberin: Margrit Neeracher
Veröffentlichung: 14. April 2024
„Handwerk ist das Werk der Hand, beseelt von Herzen, geleitet vom Verstand.“
Johann Wolfgang von Goethe
„Handwerk macht Handwerker stolz“, mit diesen Worten fasst die Handwerkskammer Rheinhessen auf ihrer Onlineplattform die Resultate einer Studie zur Berufszufriedenheit im Handwerksberuf zusammen[1]. Während nur gerade 55 Prozent aller Arbeitnehmenden angeben, glücklich in ihrem Beruf zu sein, herrscht unter den Handwerkerinnen und Handwerkern mit 80 Prozent eine signifikant höhere Berufszufriedenheit[2]. Auch Contorion[3] bestätigt dies und berichtet, dass das Fazit der Befragungen mehr als erfreulich sei. Ganze 84 Prozent der Handwerkerinnen und Handwerker, seien Stolz auf ihre Arbeit und 66 Prozent bezeichnen ihre Arbeit als ihre Leidenschaft.
Und genau diese Leidenschaft war bei der dieswöchigen Challenge deutlich zu spüren. Stolz lässt man sich bei der Arbeit ablichten. Von meinem Coiffeur Darren, zu meiner Pedicure Yeannie und Marcellos Schneider "Mister Q" bis hin zu den Schuhmachern vom Chinatown und den Schneidern von Little India; alle scheinen glücklich in ihrer Arbeit zu sein! Meine Schneiderin Sheila, die ich über ihren Job ausfrage, bringt es abschliessend folgendermassen auf den Punkt:
"Man tut etwas, was jemand wünscht und was man am Ende wirklich sehen kann.“
[1] https://www.hwk.de/handwerksstolz/[2] https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/arbeitszufriedenheit-darum-sind-handwerker-gluecklicher-286906/#:~:text=Handwerker%20sind%20zufriedene%20Menschen.,%22Machen%20ist%20gesund%22%20vor.[3] https://www.contorion.de/handdrauf/studie-ifh-so-zufrieden-sind-handwerker/#:~:text=Es%20herrscht%20hohe%20Arbeitszufriedenheit%20im%20Handwerk&text=79%20Prozent%20der%20befragten%20Vertreter,Ein%20beeindruckender%20Wert!
Wochenthema
"BALANCE"
And the winner is...
WOCHE 30:
BALANCE
Auftraggeberin: Marion Ottiger
Veröffentlichung: 7. April 2024
„Balance im Leben ist nichts, was du einfach findest. Es ist etwas, das du dir erschaffst.“
"Work-Life-Balance" wird in Singapur gross geschrieben. Während an Werktagen in der Innenstadt viele Geschäftsleute mit klassischer Kleidung in dezenten Farben unterwegs sind, trifft man an Wochenenden auf auffallend viele Frauen, die gemächlich in ihren Yogaoutfits durch die Parks und Strassen schlendern. Leger geht man sowohl samstags als auch sonntags in langen und sehr engen Gymnastikhosen und einem passenden engen Oberteil aus dem Haus. Dazu schleppt man – ganz lässig – sowohl eine Tasche als auch eine grosse Wasserflasche mit sich. Wer als besonders "hip" gelten möchte, hat sich diese gesamte Ausrüstung für nicht wenig Geld beim kanadischen Anbieter "Lululemon" geleistet.
Vorallem der Sonntag ist ein beliebter Yogatag. So schwimmen auch wir mit dem Strom und zelebrieren jeden Sonntagvormittag diese Trendsportart in unserer Yogaklasse. Wie in Reisetipps[1] zu lesen ist, geniesst Yoga im 5.6 Millionen Stadtstaat einen besonders hohen Stellenwert. Deshalb überrascht es nicht, dass die entsprechenden Angebote, die man vorfindet, extrem vielfältig sind. Sie reichen von einer äusserst entspannenden "Yoga-Zen-Stunde" bis hin zur besonders anspruchsvollen 90-minütigen "Monster-Hot“-Session". Die Lektionen werden im ultramodernen Fitness-Studio, in luxuriösen Hotels oder in "normalen" Yogastudios angeboten. Äusserst beliebt sind auch Events an ungewöhnlichen "Locations" wie der "Park im Grünen"oder der "Club am Strand".
Gemäss "Avantegymyoga"[2] hat Yoga im Herzen Singapurs SEINE Heimat gefunden. Als Hauptgrund für die zunehmende Popularität sieht man das wachsende Gesundheisbewusstsein der Bevölkerung. Als hoch entwickeltes Land verzeichnet Singapur einen stetigen Anstieg von Stress und Lebensstil bedingten Krankheiten. Deshalb wird man sich zunehmend der Notwendigkeit bewusst, eine gesunde "Work-Life-Balance"aufrechtzuerhalten und stellt das geistige und emotionale Wohlbefinden in den Vordergrund. Da Yoga den Fokus auf Körperhaltung, Atemkontrolle und Meditation richtet, verfolgt man damit einen ganzheitlichen Ansatz und schafft dadurch eine wohltuende Balance...
Zum Schluss noch dies: Das Fotoshooting zum Thema "Balance" gestaltete sich in dieser Woche durchaus "ökonomisch". Es fand im Erdgeschoss unseres Condos – im "Aerial-Flow-Yoga-Studio" – statt und dauerte weniger als 15 Minuten. Die drei Frauen, die ich ablichten durfte, praktizieren jeden Dienstag nach Feierabend ihre Yogalektion schwebend in der Luft und üben damit ihre Balance auf höchstem Niveau.
[1] https://www.singapur-reisetipps.de/yoga/
[2] https://www.avantegymyoga.com/blogs/news/why-is-yoga-a-popular-sport-in-singapore
SPEZIAL-CHALLENGE-WOCHE:
BERGE
And the winner is...
FREDY GUT MIT SEINER FÖHNSTIMMUNG
WOCHE 29:
BERGE
Auftraggeberin: Petra Hauser
Fotos: diverse Fotografinnen und Fotografen
Veröffentlichung: 31. März 2024
Heimweh nach den Bergen?
Wie ich mich über die vielen WhatsApp-Nachrichten der letzten Tage gefreut habe!
Seit meinem Aufruf erhalte ich von euch täglich wunderschöne Berge in den verschiedensten Variationen und Schattierungen. Darunter gibt es Berge an Seen, Berge mit Sonne, Berge am Tag und Berge in der Nacht. Manche sind sie mit Schnee überzuckert und manche mit Bäumen garniert.
Besonders fasziniert bin ich von den unterschiedlichsten Farben, in welchen sich die unterschiedlichsten Berglandschaften präsentieren. Die Farbpalette reicht von schneeweiss, eilfenbeinbeige, schiefergrau, nachtblau oder blassviolett bis hin zu senfgelb, lindengrün, flamingorot und blassrosa. So erreichen mich nicht nur Berge von stolzen Heimatverbundenen und trainierten Sportskanonen, sondern auch diejenigen von fernwehgeplagten Weltenbummlerinnen.
Bereits in meinem Aufruf habe ich euch von meinem "Heimweh nach den Bergen" geschrieben. Obwohl, alle die mich kennen wissen, dass ich damit wieder einmal masslos übertrieben habe, bin ich mit dieser "Sehnsucht" nicht die einzige. Wie Susanne Richard[1] schreibt, hat Johanna Spyri bereits 1880 im Roman "Heidi", Heimweh als Krankheit beschrieben und unsere "Schweizer Berge" als Heilmittel entdeckt.
Dank meiner Recherche zum Thema weiss ich nun auch, dass bereits 1688 der Schweizer Arzt Johann Hofer über typische Symptome von Schweizer Söldnern berichtete. Wie Susanne Kippenberger[2] schreibt, wurde "Heimweh" oder "Nostalgia" damals zu einem anerkannten Krankheitsbild. Dieses damalige Massenphänomen wurde als "Schweizer Krankheit" bezeichnet. Hohes Fieber, Schwäche, Magenschmerzen, Melancholie, Depressionen und unregelmässiger Herzschlag gehörten zum Krankheitsbild und waren in einige Fällen so schwer, dass die Krankheit zum Tode führte. Trotzdem war für Hofer die Ursache psychisch. Der Aufenthalt in einer ungewohnten Umgebung - so der Arzt - sei oft mit einem "übermässigen Denken an die Heimat" gekoppelt.
Dagegen fand - wie Susanne Richard[3] schreibt - der Zürcher Arzt und Naturforscher Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733) einen bedeutend weniger emotionalen Auslöser der Krankheit. Dies wurde folgendermassen festgehalten:
„Bei den an die Höhe gewohnten Bergbewohnern soll der tiefere Luftdruck zu einer Verdickung des Blutes führen, wenn sie sich in tiefer gelegenen Gebieten aufhalten. Das Schweizer Bergvolk soll demnach besonders anfällig für die Krankheit sein. Steigen sie von ihren Alpwiesen ins Unterland oder gar ins auf Meereshöhe liegende Ausland hinab, werden sie von Heimweh heimgesucht.“
Heute – 300 Jahre später – bummelt der "moderne Mensch von heute" durch die Welt. Man lernt Spanisch in Bogotá, absolviert ein Austauschjahr in Australien, arbeitet für Google in Silikon Valley oder
...besucht eine heimwehgeplagte Freundin in Singapur ;-)!
PS: Ich erhielt insgesamt 86 Bilder von 20 verschiedenen Personen - DANKE!!!
[1] https://theswisstimes.ch/de/heidi-homesickness-and-the-lore-of-switzerland/?amp=1
[2] https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/diagnose-heimweh-6017302.html
[3] https://theswisstimes.ch/de/heidi-homesickness-and-the-lore-of-switzerland/?amp=1
JURY-Auswahl der besten Fotos:
Pro Person wurden maximal zwei Bilder für die Endausscheidung zugelassen. Folgende Bilder schafften es ins Finale:
Pia Kaufmann fotografierte den Dammastock...
und den Alphubel bei Saas Fee.
Rebekka Lötscher genoss das Panorama auf Melchsee-Frutt.
Corinne Heess war auf dem Rainbow Mountain in Peru...
und in den Rocky Mountains in Kanada.
Erwin Achermann`s Grüsse kommen aus Vietnam :-).
Katja Felder war auf Bergtour am Pilatus
und bei den "Drei Zinnen" im Südtirol.
Fredy Gut erlebte eine Föhnstimmung...
und einer Skitour.
Lisbeth Bachofner fotografierte die Bergwelt in Ftan...
und Winterberge.
Theres Bösch mit der Klimsenkapelle und dem Klimsenstock
und den Impressionen vom Pilatus.
Rainer Bachofner mit Tschingelhörnern und Martinsloch.
Sabine Brühlhart mit dem doppelten Bristen im Kanton Uri...
und dem Frümsel in den Churfirsten.
Margrit Neeracher mit dem Rautispitz...
und dem Blick ins Glarner Hinterland.
Jil Achermann fotografierte das Nebelmeer in Engelbert...
und die Berge am Trübsee.
Rita Vassali fand eine Bergblume am Fusse des Pilatus.
Lara Achermann bestieg den Gipfel mit Kreuz
und fotografierte die dort versammelten Wandernden.
Silvia Zurfluh fotografierte die "Bahnschienen mit Pilatus" .
Bei Jacqueline Gasser zeigte sich der Pilatus wolkenverhangen.
Dafür war das Mythenglück von Anita Reichlin perfekt.
Maja Berneis sah den Niesen mit Abendrot...
und den Niesen mit dem Sonnenuntergang.
Petra Birk genoss den Ausblick in die Glarner Berge...
Und die Auftraggeberin Petra Hauser fotografierte in Braunwald den Eckstock...
oder ist es doch das Matterhorn?
Wochenthema
"MUSIK"
And the winner is...
WOCHE 28:
MUSIK
Auftraggeber: Mathias Neeracher
Veröffentlichung: 24. März 2024
Zur dieswöchigen Themenwahl gäbe es in Singapur so manches zu fotografieren. Einerseits sind es die öffentlichen Klaviere, die den musikbegeisterten "Möchtegern-Rachmaninows" in den U-Bahnstationen oder Museen zum Herumklimpern zur Verfügung gestellt werden, andererseits sind es jedoch auch die vielen Sporttreibenden, die sich vorwiegend abends synchron auf öffentlichen Plätzen zu lauter Musik bewegen. Als Fotomotiv würden sich auch sämtliche - überwiegend männliche und überwiegend ältere -Velofahrenden eignen, die man bereits von weitem hören kann, weil aus ihren selbstgebastelten Velostereoanlagen in maximaler Lautstärke Musik dröhnt. In der Hoffnung auf diese Fotosujets zu stossen, begebe ich mich auf meine wöchentliche Challenge-Fototour.
Bereits als ich am Veranstaltungszentrum "Esplanade" vorbeikomme, werfe ich all meine Pläne über den Haufen. Auf der Freilichtbühne wird gesungen und getanzt. Gebannt sehe ich den jungen Leuten bei ihren Proben zu. "Ardwinda" - so der Name der Gruppe - übt für ein Musical, welches am Abend aufgeführt werden soll. Die jungen Frauen vom "ITE College Central" sind bestrebt, die Tradition des malaiischen Chorgesangs "Dikir-Barat" mit einem zeitgenössischen Touch aufrecht zu erhalten. Die wunderschönen Stimmen, die bunten Kostüme sowie die einzigartigen Tanzeinlagen begeistern mich...
Wochenthema
"ARCHITEKTUR"
And the winner is...
WOCHE 27:
ARCHITEKTUR
Auftraggeber: Luzi Caviezel
Veröffentlichung: 17. März 2024
Während Sidney das Opernhaus, Hong Kong die Skyline und New York die Freiheitsstatue als Wahrzeichen dient, glänzt Singapur seit 2010 mit dem "Marina Bay Sands". Bis zu diesem Zeitpunkt – so die deutsche Architekturzeitschrift Baumeister[1]- verband man mit dem Stadtstaat kein architektonisches Bild und die "Schweiz Asiens" galt zwar als wohlhabend aber als eher etwas langweilig. Diesem Ruf wollte man mit dem "Marina Sands" entgegenwirken und Singapur damit ein dynamischeres Image verpassen.
Und dies ist zweifelsohne gelungen. Die Tourismusplattform Visitsingapore[2] wirbt für "Marina Bay Sands" mit einem "Meisterwerk der Baukunst" und bezeichnet den Bau als "architektonisches Statement" und als "ästhetischer Triumph". Auch in Fachkreisen wird der Bau hochgelobt und so verwendet die Kulturzeitschrift Merkur[3] für den Gebäudekomplex die Bezeichnung "superlativ" und die Architekturzeitschrift Baumeister spricht von "spektakulär".
Was liegt da näher, als für meine Challengewoche 27 zum Thema Architektur das "Marina Bay Sands Hotel" zu fotografieren. Majestätisch präsentiert sich die Hotellobby und gibt den Blick auf die 55 Stockwerke, in denen sich insgesamt 2561 Zimmer befinden, frei. Dass sich der Stararchitekt Moshe Saftie von einem Stapel Spielkarten inspirieren liess[4], wird mit einem Blick nach oben offensichtlich.
Davon schreibt auch das Managermagazin[5]. Wer nach Singapur fahre, komme an dem gigantischen Kartenhaus nicht vorbei. Aus Heinze[6] geht hervor, dass sämtliche Gestaltungsideen von diversen Feng Shui Meistern abgesegnet worden seien. Aus Wikipedia[7] ist zu entnehmen, dass die Auftraggeber, die "Las Vegas Sands Corporation" ursprünglich 2.7 Milliarden Euro in das Projekt investieren wollten. Steigende Materialkosten sowie der Arbeitskräftemangel trieben die Kosten in die Höhe, sodass sich die Gesamtkosten am Ende gar auf 4.5 Milliarden Euro beliefen. Gemäss Auftraggebern, handle es sich damit um die teuerste alleinstehende "Integrale-Resort-Immobilie" die je gebaut wurde und um eines der herausforderndsten Bauprojekte der Welt.
Herzstück der Anlage bildet die Dachterrasse, die sich über alle drei Türme erstreckt und diese miteinander verbindet. Bis zu 3900 Menschen haben hier in luftiger Höhe – auf insgesamt 340 Metern - Platz. Dazu gehört das 65 Meter freitragende Observatoriums-Deck, welches mit seiner Kapazität von 900 Besucherinnen und Besuchern die grösste, für die Allgemeinheit zugängliche freitragende Fläche der Welt aufweist. Der 151 Meter lange "Infinity-Pool" mit seinen gläsernen Überlaufkanten, in welchem nur Hotelgäste schwimmen dürfen, vermittelt – wie Kaldewei[8] schwärmt - "das Gefühl, direkt in den Horizont schwimmen zu können".
Nachdem ich meine architektonisch-fotografische Mission beendet habe, entscheide ich mich, mit dem Hotellift in den 57-igsten Stock zu fahren, um mir in der "Spago-Bar" einen Mocktail zu genehmigen. Nach neun Monaten in Singapur verfüge ich über das nötige Insiderwissen, um mir die 25 Franken teure Touristenfahrt zum Observatoriums-Deck zu ersparen.
Für 11 Franken geniesse ich, neben einem atemberaubenden Blick über die Stadt, auch die unterhaltsame Fotosession der Hotelgäste im Pool...
sowie meinen Drink namens "Double Happiness"!
[1] https://www.baumeister.de/singapur-hotel-marina-bay-sands/
[2] https://www.visitsingapore.com/de_de/see-do-singapore/architecture/modern/marina-bay-sands/
[3] https://www.merkur.de/reise/singapur-marina-bay-sands-hotel-giganten-zr-829236.html
[4] https://archello.com/project/marina-bay-sands
[5] https://www.manager-magazin.de/lifestyle/reise/a-747482.html
[6] https://www.heinze.de/architekturobjekt/marina-bay-sands-hotel/12643293/
[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Marina_Bay_Sands
[8] https://www.kaldewei.de/presse/mitteilungen/detail/news/extravagantes-architekturdesign-im-stadtstaat-singapur-das-marina-bay-sands-hotel-ueberzeugt-mit-erh/
Wochenthema
"KNOCHENARBEIT"
And the winner is...
WOCHE 26:
KNOCHENARBEIT
Auftraggeberin: Silvia Zurfluh
Veröffentlichung: 10. März 2024
Knochenarbeit? Auch dieses Thema bereitet mir schon seit längerer Zeit Kopfzerbrechen. Wie auf Wikipedia[1] zu entnehmen ist, handelt es sich bei diesem Ausdruck um „eine besonders schwere oder komplexe Tätigkeit“, die ich eigentlich mit dem Berufsalltag von Handwerkern verbinde. Da das Thema "Handwerk" jedoch explizit für eine spätere Challenge gewünscht wurde, fallen sämtliche Bilder mit Schneidern, Schuhmachern sowie Kaffeeröstern ausser Betracht, denn diese Berufsgattungen sollen erst im April abgelichtet und an dieser Stelle präsentiert werden. Deshalb entscheide ich mich - im wahrsten Sinne des Wortes - "die Arbeit am Knochen" abzubilden und deshalb die Metzger in ihren Verkaufsständen in Chinatown zu besuchen. Bereits seit meiner Ankunft in Singapur löst, die dort angepriesene Ware eine Mischung zwischen Faszination und Ekel aus. Denn in den unzähligen, sogenannten "Stalls" werden nicht nur Kutteln, Schweinebauch oder Schweinehaut angeboten, sondern auch Hühnerfüsse, Entenhälse oder Schweinepfoten warten auf Kundschaft. Was in der Schweiz verschmäht ist, wird in Chinatown lustvoll gegessen. Wie falssaff[2] berichtet, landen auch Schweinfüsse mit Vorliebe auf asiatischen Tellern, denn diese Delikatesse - so der Volksglaube – soll schön machen.
Während die chinesische Küche die verschiedensten Stücke eines geschlachteten Tieres einfallsreich verwertet, bevorzugen Schweizerinnen und Schweizer vorwiegend Entrecôte oder Filet und konsumieren deshalb nur gerade ein Drittel der geschlachteten Tiere. Wie SRF berichtet wird der Rest davon - 240 000 Tonnen pro Jahr – weiter verwertet. Nichts von diesen Schlachtnebenprodukten bleibe ungenutzt, sondern werde beispielsweise von der Pharma-Industrie verwendet[3].
In Chinatowon bleibt noch immer alles beim Alten und so stehen neben den Schweinefüssen auch die frittierten Hühnerfüsse hoch im Kurs. Wie die österreichische Zeitung Standard schreibt, zeige dessen extreme Beliebtheit die Freude und das Talent der Chinesinnen und Chinesen fürs Nagen, Zurzeln und Nuckeln auf[4]. So erstaunt es mich nicht, dass viele der anwesenden Kundinnen und Kunden, die um die Mittagszeit vor den Stalls auf den Plastikstühlen Platz genommen haben, an einem Knochen herumnagen. Schade, dass sich niemand bei dieser Knochenarbeit fotografieren lassen möchte.
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Knochenarbeit
[2] https://www.falstaff.com/at/news/paradies-fuer-schwein-in-asien-japan-china-suedkorea-indien
[3] https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/schlachtabfaelle-in-der-schweiz-was-beim-schlachten-uebrig-bleibt#:~:text=Schlachtabfälle%20in%20der%20Schweiz%20Was,240%27000%20Tonnen%20pro%20Jahr.
[4] https://www.derstandard.at/story/1373513151917/huehnerfuss-und-darmnudeln-brunchen-auf-chinesisch